Es gibt ja immer wieder neue Superfoods und tolle Nahrungsergänzungsmittel, die einem für viel Geld jede Menge Gesundheit versprechen. Sicher ist da bestimmt meistens auch etwas dran, nur bezahlt man auch oft wirklich viel Geld für Dinge, die man auch ganz einfach selbst herstellen oder züchten kann.

Gerade im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel findet man immer wieder teure Pulver oder Wirkstoffe in Tablettenform, die frisch viel günstiger sind. Im Bereich der Rohkost achten ja immer sehr viele darauf, dass man genug an Mineralien, Vitaminen und Eiweiß bekommt, und da wird dann auch zur Vorsicht gerne einmal zurückgegriffen auf Ergänzungen in Pulverform, die versprechen, einen mit ausreichend Vitalstoffen zu versorgen. Ein solches Beispiel ist das Weizengras. Genau, einfaches Gras, halt eben aus Weizensamen und nicht aus normalen Grassamen. Etwas, das man sich zu Hause ganz einfach selbst anbauen kann, wird zu sehr hohen Preisen in der Plastikdose verkauft. Einmal abgesehen davon, dass solche Mittelchen meistens nicht mehr die volle Ladung an Inhaltsstoffen haben wie die frische Pflanze, ist es sowieso immer besser, wenn man sich von der Pflanze selbst und nicht von behandelten Pülverchen ernährt.

Das Weizengras ist hier ein sehr gutes Beispiel. Dass es sehr populär ist, das ist keine Frage, und warum, das scheint auch vollkommen klar zu sein. Neben den Vitaminen A, B-12, E und K sind auch Magnesium und Calcium im Weizengras enthalten. Was den meisten aber noch wichtiger ist ist die Tatsache, dass Weizengras sehr viel Proteine enthält, und dazu enthält es noch siebzehn Aminosäuren. Diese sind die Bausteine für das Eiweiß.

Sicher, werden jetzt viele denken, das züchte ich mir und werfe es dann jeden Tag in meinen Smoothie – leider ist es nicht ganz so einfach, denn der Mensch ist nun einmal keine Kuh und somit kein Wiederkäuer. Das ist aber die einzige Möglichkeit, um Weizengras in seiner reinen Grasform auch wirklich verarbeiten zu können. Daher ist die einzige Variante, die es für den Menschen gibt, um dieses wertvolle Weizengras zu nutzen, das Entsaften. Auch wenn man sich nicht vorstellen kann, dass aus Gras viel Saft herauspressbar ist, ist dies dennoch möglich. Allerdings schafft es nicht jede Art von Entsafter, dieses Gras optimal zu entsaften. Allerdings gibt es genau für diesen Zweck eine einfache Handpresse, die schnell auch wieder gereinigt ist. Im Gegensatz zu den großen Saftpressen, die man jedes Mal komplett auseinandernehmen und reinigen muss, ist diese Handpresse eine echte Erleichterung. Wichtig ist nämlich, dass man das Weizengras immer frisch zubereitet und so schnell wie möglich nach dem Pressen verzehrt, mehr als eine halbe Stunde sollte nicht vergangen sein, wenn man von allen Inhaltsstoffen profitieren möchte.

Hat man das Gras entsaftet und nimmt es zu sich stellt man schnell fest, dass es einen süßlichen Geschmack hat, gar nicht so, wie man sich dies eigentlich vorstellt. Wichtig ist auch, dass man sich nicht gleich eine Riesenmenge an Weizengras auspresst, denn hier gilt nicht der alte Grundsatz, dass mehr auch mehr Wirkung hat, ganz im Gegenteil. Man sollte immer sehr langsam den Saft zu sich nehmen und zunächst mit sehr kleinen Mengen anfangen. Ein bis zwei Teelöffel reichen für den Anfang vollkommen aus, insgesamt reicht es, wenn man einmal am Tag ein Schnapsgläschen voll davon trinkt. Erwischt man zu viel davon, dann kommt es sehr schnell zu Übelkeit, und auch Durchfall kann eintreten, denn das Weizengras hat auch einen entschlackenden Effekt.

Optimal ist die Wirkung, wenn man den Saft gleich am Morgen trinkt, wie man immer so schön sagt auf „nüchternen Magen“.

Wie man das Weizengras am besten zieht? Da gibt es sicherlich unterschiedliche Methoden, die aber alle gewisse Gemeinsamkeiten haben. Zum einen sollte man die Weizensamen zunächst für bis zu acht Stunden in Wasser einweichen. Die meisten lassen dann die Samen ein bis zwei Tage weiter ziehen, bis die ersten Sprossen zu sehen sind. Dann nimmt man sich ein flaches Gefäß, ein Backblech funktioniert hier sehr gut, und legt etwas zwei Zentimeter Erde darauf. Dann die Weizensamen darauf verteilen, das kann auch ruhig recht eng sein, denn die Samen brauchen nicht viel Platz. Meistens werden die Samen dann in den ersten Tagen dunkel abgedeckt, und nur ab und zu einmal gegossen. Wenn das Gras schon gut zu sehen ist, kann man die Abdeckung entfernen und das Gras in die Sonne stellen. Wenn so zwischen 15 und 20 cm lange Grashalme da sind, kann man das Gras ernten und entsaften. Ich habe festgestellt, dass jeder so seine eigene Methode für das Züchten hat, und es ist sicher nicht verkehrt, auch einmal ein klein wenig zu experimentieren. Bald lasse ich einmal eine kleine Bilderstrecke folgen, so dass jeder die einzelnen Phasen besser verfolgen kann. Bis dahin versucht es ruhig einmal selbst, Weizensamen bekommt man überall zu günstigen Preisen, und schon kann man das teure Pulver ruhig vergessen.