Hier einmal ein Thema, das zwar nur am Rande etwas mit Rohkost zu tun hat aber sehr gut zeigt, wie es überhaupt so weit kommen kann, dass sich die Menschen immer ungesünder ernähren. Die Grundlagen dafür werden bereits in der Kindheit gelegt.

Kinder 1Es ist kein Wunder, dass die Kinder von heute bereits süchtig sind nach Zucker und anderen sogenannten Leckereien wenn man sich einmal anschaut, wie die lieben Kleinen heute bereits im Kleinkindalter beeinflusst werden. Gerade im Süßigkeitenbereich sind die Gewinnmargen wohl ganz besonders gut, so dass man natürlich versucht, möglichst viel davon an den Konsumenten zu bringen. Oft gibt es Produkte für Kinder, die zwar jede Menge Zucker und Fett enthalten, aber dennoch als gesund angepriesen werden.

Jedes Jahr gibt es bei Foodwatch eine Abstimmung, wobei der „Goldene Windbeutel“ vergeben wird. Dies ist eine Negativ-Auszeichnung, die sich auf die Marketingstrategien der Unternehmen bezieht. Dieses Jahr wird das Thema sein „Die dreisteste Werbemasche für Kinderlebensmittel“.

Natürlich ist der Markt der Lebensmittel für Kinder ganz besonders lukrativ. Heute wissen die Kinder ganz genau, was sie essen wollen und was nicht, und im Gegensatz zu früher wissen sie auch ganz genau, mit welchen Mitteln man die Eltern dazu bringt, ihnen genau das süße und leckere Zeug zu kaufen, das sie haben wollen. Kinder sind noch sehr leicht zu beeinflussen und reagieren daher sehr stark auf die Werbung für entsprechende Produkte. Und ehe man als Mutter ein schreiendes Kind im Supermarkt hinter sich herziehen muss, kauft man eben den neuen Schokoriegel aus der Werbung, und schon ist Ruhe.

Es macht sich aber auch zunehmend Kritik breit, Grund dafür ist nicht zuletzt die steigende Anzahl der Kinder, die übergewichtig sind. Verglichen mit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist es mittlerweile so, dass der Anteil in Deutschland der fettleibigen und übergewichtigen Kinder angestiegen ist im mindestens fünfzig Prozent. Seitens der Ernährungswissenschaftler und der Verbraucherorganisation wird der gesamten Branche vorgeworfen, dass sie Lebensmittel auf den Markt werfen, die vermeintlich gesund sind, so wie beispielsweise Joghurts, Wellnessprodukte oder die beliebten Light-Produkte, die aber trotzdem eine große Menge an Zucker enthalten und natürlich auch Fett. Genau dasselbe ist es mit den schönen fettfreien Gummitierchen und Joghurt-Bonbons, die zwar wirklich kein Fett enthalten, dafür aber Unmengen an Zucker. Der Grund ist ja auch recht einleuchtend, wenn man mit diesen Produkten am meisten verdient, versucht man natürlich auch immer, diese möglichst schnell und reichlich an den Mann zu bringen.

Das Schlimme daran ist, dass die Kinder dann schon recht früh an eine solche Marke gebunden werden. Dadurch werden sie sehr schnell zu langjährigen Kunden. Kein Wunder also, dass die Unternehmen alles versuchen, die Eltern ganz einfach zu umgehen mit ihrer Werbung. Und dabei sind die Konzerne auch sehr kreativ. So ist es durchaus üblich, dass bereits in den Schulen Unterrichtsmaterialien verteilen, die sie selbst hergestellt und natürlich auch mit ihrem unverwechselbaren Logo versehen haben. Auch im Internetbereich wird viel getan, es gibt viele Websites, die den Kindern Spiele anbieten und noch vieles mehr.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Foodwatch auseinandersetzt mit diesem Bereich der Kinderlebensmittel. Schon im letzten Jahr wurden mehr als 1500 solcher Lebensmittel getestet, und es wurde festgestellt, dass rund drei Viertel dieser ganzen Produkte vor allen Dingen fettig und natürlich süß waren.

Kinder 2Moniert wird in der momentanen Abstimmung das Sponsoring von bestimmten Sportveranstaltungen durch das Logo von Capri-Sonne. Seitens der Verbraucherschützer wird angegeben, dass dieses Getränk einen ähnlichen Zuckergehalt habe wie Coca-Cola.

Abstimmen dürfen die Verbraucher auch über die „Kosmostars“, dies sind Frühstücksflocken und kommen von der Firma Nestlé. Sie bestehen zu einem Viertel nur aus Zucker. Seitens des Herstellers wird dieses Produkt beworben als „vollwertiger Start in den Tag“. Dazu gibt es noch eine sogenannte „Vollwertgarantie“. Nestlé gibt auf eine Nachfrage an, dass es das zentrale Anliegen des Unternehmens sei, schmackhafte Getränke und Nahrungsmittel anzubieten, die auch den Ernährungsbedürfnissen von den Menschen entsprechen. Selbst einem Konzern wie Nestlé sollte klar sein, dass es bei einem Viertel Zucker wohl nicht um Ernährungsbedürfnisse geht, sondern eher um Ernährungswünsche. Dass der menschliche Körper dermaßen viel Zucker benötigt, ist wohl noch in keiner Studie festgestellt worden. Allerdings sagte man seitens des Konzerns auch, dass man die Wünsche der Verbraucher „sehr ernst“ nehme, und man prüfe auch eine solche Kritik bezüglich der Zusammensetzung von den Produkten.

Weiterhin steht der Joghurt namens Monster-Backe Knister von der Firma Ehrmann zur Auswahl. Dieser wird seitens des Unternehmens als „Action-Joghurt“ bezeichnet. Enthalten ist sowohl Fruchtpüree als auch Knisterzucker. Insgesamt ergibt sich hier ein Zuckergehalt in Höhe von 19 Prozent – eine „gesunde Zwischenmahlzeit“, wie dieser Joghurt tituliert wird, sieht wohl wahrscheinlich etwas anders aus. Ehrmann hat seine ganz eigene Sicht der Dinge. In der Stellungnahme hieß es, dass man sich ruhig einmal mit etwas Besonderem belohnen darf, wenn man sich insgesamt ausgewogen ernährt. Außerdem seien die Nährwerte und Inhaltsstoffe auf dem Produkt gekennzeichnet den gesetzlichen Normen entsprechend.

Weiterhin zur Auswahl steht der Dr. Oetker Pudding Paula. Hier gibt es eine Menge an Marketinginstrumenten, die eingesetzt werden für dessen Vermarktung, unter anderem Gewinnspiele und Apps für das Smartphone. Wie wichtig die Zielgruppe für das Unternehmen ist kann man wohl daran sehen, wie viel Geld man ausgibt um feststellen zu lassen, dass ein Produkt eines Discounters dem eigenen zu sehr ähnelt. Es ist schon sehr interessant, dass sich Gerichte mit der Frage herumschlagen müssen, ob die Puddingflecken eines Puddings ähnlich aussehen wie ein Konkurrenzprodukt.

Das einzige Produkt, das zur Abstimmung steht und nicht süß ist, sind die Kartoffelchips Marke Pom-Bär von Funnyfrisch. Laut Foodwatch ist es so, dass darin doppelt so viel an Fett enthalten ist wie in Pommes frites von dem Fast Food Giganten McDonald´s, und zudem noch fünf Mal mehr an Salz. Eine Stellungnahme gab es seitens Funnyfrisch dazu nicht.

Im letzten Jahr hatten sich viele Nutzer beteiligt an der Online-Abstimmung, und tatsächlich haben sogar einige Konzerne reagiert. So nahm die Firma Hipp ihren Instant-Tee für Kinder ganz vom Markt, dies war der Gewinner des Goldenen Windbeutels vom letzten Jahr. Auch bei Nestlé reagierte man und reduzierte daraufhin bei einigen Frühstücksflocken für Kinder den Zuckergehalt.

KinderLeider kann man nur für ein Produkt abstimmen, aber eigentlich hätten alle gleichzeitig diese Auszeichnung verdient, und dazu noch alle anderen Produkte für Kinder, denn alle haben das Ziel, die Kids daran so zu gewöhnen, dass sie die Produkte immer wieder haben wollen. Es stimmt schon, wenn man sich und seine Kinder gesund ernähren möchte, sollte man nichts kaufen, für das in irgendeiner Art und Weise Werbung gemacht wird.

Oft stehen Eltern aber wirklich vor dem Problem, dass sie ihren Kindern keinen Wunsch abschlagen können, und so kaufen sie die ganzen Produkte obwohl sie wissen, dass sie nicht gut sind für das Kind. Mit den Methoden, die Kinder heute so drauf haben um die Eltern zu überzeugen, dass sie die Schokolade und den Pudding aus der Werbung unbedingt jeden Tag brauchen, sind die Eltern meistens überfordert, und so wird einfach gekauft in der Hoffnung, dass der ganze Zucker und das Fett keine negativen Auswirkungen haben.

Natürlich muss man Kinder nicht schon von klein auf mit Rohkost ernähren, aber dennoch sollte man ganz gezielt darauf achten, wenigstens die großen Zuckerbomben nicht zu kaufen, ganz egal, wie viel Terror das Kind im Laden macht, sie beruhigen sich auch wieder, und beim nächsten Mal ist das gewünschte Produkt schon vollkommen uninteressant. Sicherlich macht es auch Sinn, die Kids nicht so viel Werbung sehen zu lassen, so kommen sie gar nicht erst auf die Idee, diese Produkte haben zu wollen.

Bei der Flut an Produkten, mit denen die Kinder heute bombardiert werden ist es kein Wunder, dass viele gar nicht wissen wie eine Gurke oder ein Karotte überhaupt aussieht. Hier sind auch die Eltern in der Pflicht, den Kindern eine ausgewogene Ernährung beizubringen.