Auf der ganzen Welt gibt es Millionen Bücher, und sehr viele davon befassen sich mit den Themen Essen und Trinken, gesunde Ernährung, und natürlich Diäten. Keiner kann sie mehr zählen, all die schönen Bücher die uns erzählen, wie wir mit zehn Stunden kochen und einkaufen am Tag unsere lästigen Pfunde wieder loswerden, nur um dann am Ende der Diät mit den alten Gewohnheiten weiterzumachen, und alle Pfunde gleich wieder auf den Rippen zu haben, und meistens auch noch einige mehr.

Der Aspekt des Wohlfühlens bleibt dabei vollkommen außer Acht. Was nützt einem die beste Diät, wenn man dabei nicht lernt, wie man sich am besten und am gesündesten ernährt? Schließlich sollte man sich nicht nach einer Diät richten, sondern sich lieber einen Lebensstil aussuchen, den man selbst gerne mag und somit auch das ganze Leben durchführen kann. Ob man nun derjenige ist, der einfach Fast Food liebt und auch trotz einiger Beschwerden davon nicht abrücken will, oder ob man von Rohkost lebt, das bleibt im Endeffekt jedem selbst überlassen. Tatsache ist, dass es einfach viel zu wenige Bücher zu Ernährungs- und Lebensstilen gibt, die einem einen Weg zeigen, gesund und mit Geschmack durch das Leben zu gehen, und das noch mit möglichst wenig Zeitaufwand. Natürlich gibt es viele Bücher mit gesunden Gerichten, für die man aber zuerst stundenlang einkaufen muss, weil man unzählige Zutaten benötigt, und dann steht man noch ein paar Stunden in der Küche. Darauf haben die meisten, auch ich, keine Lust, und in vielen Fällen auch gar keine Zeit. Schnell muss es gehen, aber gesund. Auf der Suche nach der richtigen Ernährungsweise für mich selbst bin ich dann auf das Buch von Markus Rothkranz gestoßen mit dem Titel „Heile dich selbst“. Viele werden das Buch bereits kennen, aber ich möchte gerne auch all denjenigen, die im Rohkostbereich neu sind und noch auf der Suche nach passender Literatur, dieses Buch ans Herz legen.

“Heile dich selbst” besticht in erster Linie durch die lockere und unbefangene Art, in der es geschrieben ist. Markus Rothkranz, seit Jahren ein Pionier unter den Rohköstlern, hat eine ganz besondere Begabung, er kann die Menschen mitreißen und begeistern, und das nicht nur, wenn man ihn live trifft, sogar mit seinem Buch gelingt ihm das. In einer leicht verständlichen Sprache ohne viel Schnickschnack wird dem Leser erklärt, wie man seinen Weg zur Rohkost findet, warum Rohkost gut ist für den Körper, was Einläufe sind und wie man sie anwendet, welche Gemüse- und Obstsorten man verwenden sollte, welche Nährstoffe darin stecken, welche Geräte man braucht, und welche zunächst einmal nicht, und vieles mehr. Dazu gibt es tolle Smoothie-Rezepte, und natürlich auch Rohkost-Rezepte. Es gibt sogar ein Rezept dafür, wie man rohe Schokolade herstellt. Schnell stellt man fest, dass man eigentlich auf nichts verzichten muss, man stellt alles nur etwas anders her als bisher. Sicher, die Umstellung von den alten Gewohnheiten mit Nudeln, Brötchen, Schokolade, Zucker, Kaffee und Konsorten ist am Anfang nicht einfach, schon allein die Vorstellung, morgens ein grünes Getränk zu sich zu nehmen anstatt des Brötchens mit Marmelade treibt vielen die Verzweiflung ins Gesicht. Das war bei mir nicht anders, auch ich konnte es mir nicht vorstellen, ohne Brot, Brötchen, Pizza und Nudeln leben zu können.

Das liegt aber nur daran, dass wir wirklich bereits süchtig sind nach den ganzen Sachen. Auch dies wird in dem Buch ausführlich erklärt, dazu gibt es gute Tipps, wie einem die Umstellung leichter fällt. Vergeblich suchen wird man im Buch irgendwelche wissenschaftlichen Erklärungen, die man ohne Lexikon sowieso nicht verstehen würde. Ganz im Gegenteil, alles ist wirklich sehr einfach erläutert, so dass jeder es versteht. Das Buch bietet eine absolute Fülle an Informationen, und auch wenn man es bereits zig Mal gelesen hat, nimmt man es immer wieder zur Hand, um noch einmal etwas nachzulesen. Ach ja, und auch die ja immer wieder gestellte Frage nach dem Eiweiß wird hinreichend beantwortet 😉 .

Noch dazu berichtet Markus Rothkranz über seinen eigenen Weg zur Rohkost, der überhaupt nicht alltäglich war. Allein schon dieser Bericht animiert die meisten, es doch wenigstens einmal zu probieren mit der Rohkost. Viele andere Bücher werden von irgendwelchen Experten geschrieben, die stumpf die Fakten herunterrasseln, und das war es dann. So etwas habe ich auch gelesen, und es war so gar nicht hilfreich. Ich kann nur jedem empfehlen, der sich mit der Rohkost auseinandersetzen möchte, sich dieses Buch zuzulegen. Man muss nicht alles darin gut finden, oder übernehmen wollen. Wichtig ist bei der Rohkost, wie eigentlich auch sonst im Leben, dass jeder seinen Weg finden muss. Dieses Buch kann durchaus einen Anstoß dafür geben, muss es aber nicht.

Es gibt einige Punkte, mit denen ich mich zu Beginn rein gar nicht anfreunden konnte, so wie das Fasten und die Einläufe, heute gehört beides zum Alltag dazu. Auch gibt es im Buch sicher einige Dinge, die Wissenschaftler oder Ärzte anders sehen. Wenn ich mir aber anschaue, welche anderen Dinge im Bereich der Ernährung am laufenden Meter anders bewertet werden denke ich mir doch, dass man seine eigene Meinung bilden sollte, auch die Wissenschaft hat bisher noch nicht den Stein der Weisen finden können. Beispielsweise wurde früher vor Kaffee gewarnt, wie schlimm das Koffein doch sein sollte. Vor ein paar Jahren war der Kaffee dann doch wieder nicht so schlimm, man durfte ihn ruhig trinken, aber nicht zu viel. Dann wurde er wieder verteufelt, und heute sogar empfohlen. Nicht anders sieht es aus bei Süßstoffen, und jetzt neuerdings auch wieder der Fruchtzucker. Bei solchen kontroversen Meinungen zu einem Thema bin ich der Meinung, dass auch die Wissenschaft nicht genau weiß, was gut ist und was nicht. Besser ist es, sich auf sein Gefühl zu verlassen.

Für mich steht „Heile dich selbst“ ganz oben auf der Favoritenliste wenn mich jemand fragt, welche Literatur ich empfehlen kann für den Rohkost-Bereich.

 

 

Hier einmal ein Bild meines eigenen Exemplars, wie man sieht, hat es schon so einiges mitgemacht, und dennoch ist es noch nicht auseinandergefallen….. 😉