Der Frühling ist da, und auch wenn man es am Wetter nicht unbedingt so merkt, die Natur hat bereits losgelegt. Neben dem immer wieder beliebten Löwenzahn gibt es aber noch sehr viele weitere Pflanzen, die man sammeln kann und dann natürlich nutzen. Bisher war dies immer so eine Sache, weil man nie so genau wusste, was man denn nun eigentlich im Korb hat. Dies ist auch der Grund, warum ich mich im letzten Jahr etwas zurückgehalten haben mit dem Sammeln. Knoblauchsrauke 1Bei mir blieb es bei Löwenzahn und Breitwegerich, und natürlich Brennnesseln, und das war auch schon alles, weil ich eben nichts sammeln wollte, was eventuell giftig ist.

Sicher gibt es die Möglichkeit, an einer geführten Kräuterwanderung teilzunehmen. Leider gibt es diese nur in einigen Gegenden, und wie es halt immer so ist, wenn man eine sucht, gibt es die Angebote natürlich immer nur weit weg. Dann heißt es sich selbst zu helfen. Genau das habe ich getan, indem ich mir das Buch „Edible Plant Guide“ von Markus Rothkranz zulegte. Sicher, man sollte sich nicht nur auf ein Buch verlassen, und dazu rät der Autor auch. Im Buch gibt es detaillierte Beschreibungen zu Unmengen an Pflanzen, Blumen und Bäumen, mitsamt den nötigen Beschreibungen und Tipps dazu. Dennoch sollte man sich im Internet immer noch ein klein wenig mehr informieren, und wenn man sich gar nicht sicher ist, was man da vor sich hat, sollte man besser die Finger davon weglassen.

Ich habe für diesen Frühling und Sommer beschlossen, so ziemlich alles zu sammeln, was nur geht. Die Pflanzen und Kräuter werde ich dann trocknen, um sie dann auch im Winter nutzen zu können. So habe ich mich nun aufgemacht, und viele interessante Pflanzen kennengelernt, die ich zwar vom Sehen her schon kannte, Knoblauchsrauke 2aber nicht wusste, um welche Pflanze es sich handelt.

Eine dieser Pflanzen ist die Knoblauchsrauke. Morgens bei der üblichen Runde mit dem Hund ist sie mir öfter aufgefallen, aber dennoch habe ich mich nie näher mit befasst. Dabei ist die Knoblauchsrauke eine sehr auffällige Pflanze, denn sie hat ein sehr intensives Knoblaucharoma. Die meisten sammeln ja gerne den Bärlauch, um daraus ein Pesto zu machen oder ihn anderweitig zu verwenden. Leider kann man den Bärlauch nicht sehr lange ernten, bei der Knoblauchsrauke sieht dies anders aus. Ich erspare mir hier die Beschreibung der Pflanze, ich denke einmal, auf den Bildern kann man sie genau erkennen. Zudem hat sie ja das wichtigste Erkennungsmerkmal, den intensiven Geschmack und Geruch nach Knoblauch. Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, fällt sofort der Geruch auf. Von der Knoblauchsrauke kann die gesamte Pflanze genutzt werden. Sehr gut sind natürlich die Blätter, die Blüten schmecken leicht süßlich, und auch etwas Schärfe hat die Pflanze zu bieten, weil in ihr Senföle enthalten sind. Das ist auch der Grund, warum die Pflanze in der englischen Sprache „Garlic Mustard“ heißt, also Knoblauch Senf.

Ich sammel gerade sehr viel davon ein, und dann trockne ich es. Anschließend wird es dann pulverisiert, und man kann es auch im Winter nutzen. Auch im Smoothie macht sich die Knoblauchsrauke sehr gut, frisch oder getrocknet, das spielt dabei keine Rolle. Natürlich gibt sie auch jedem Salat die entsprechende Note. Wer sich diese Pflanze in den Garten holen möchte sollte vorsichtig sein, denn sie vermehrt sich sehr schnell, und andere Pflanzen müssen vielleicht darunter leiden. Dennoch hat sie einen großen Vorteil, denn man kann sie sehr schnell mitsamt der Wurzel ausreißen.Knoblauchsrauke

In der Knoblauchsrauke ist auch Vitamin A und Vitamin C enthalten. Die beste Zeit ist natürlich, wenn die jungen Blätter herausgekommen sind, aber auch in voller Blüte sind sie sehr schmackhaft. Jeder kann für sich ausprobieren, was für ihn selbst passend ist. Ich pflücke die Knoblauchsrauke auch jetzt noch sehr gerne, obwohl die Blüten bereits da sind. Zum Herbst hin gibt es auch Samen, die man als Gewürz verwenden kann, oder man pflanzt sie ein. Beim Sammeln und Trocknen sollte man aber beachten, dass die Wohnung recht schnell riecht wie eine Hochburg der Vampirjäger, aber das lässt mit der Zeit nach, wenn die Knoblauchsrauke trocknet. Mir ist das eigentlich recht egal, denn ich mag den Knoblauchduft sehr gerne. Probiert es einfach aus.

Ich bin weiterhin unterwegs auf der Suche nach tollen Pflanzen, und werde natürlich hier alles vorstellen, was ich entdeckt habe. Ich glaube, ein klein wenig mehr Mut zum Ausprobieren tut uns allen gut, natürlich steht aber die Sicherheit an erster Stelle. Was nicht eindeutig zugeordnet werden kann, sollte man einfach dort lassen, wo es ist.

Viel Spaß beim Sammeln und Entdecken!!