…… ist das wirklich so? Die Meinungen dazu gehen hier sicherlich sehr weit auseinander, und es kommt auch auf die Definition des Wortes Droge an. Fakt ist, dass jeder Deutsche pro Jahr 32,3 Kilo an Zucker zu sich nimmt. Dies konnte man gestern erfahren vom Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie, der diese Zahlen bekanntgab. Demnach ist der Verbrauch an Süßwaren im letzten Jahr um 1,4 Prozent angestiegen. ZuckerkonsumBei diesen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte. Was daran beunruhigend ist, das ist nicht nur der Anstieg des Verbrauchs sondern auch die Tatsache, dass es sehr viele Menschen gibt, die gar keine Süßigkeiten konsumieren, so wie Rohkost-Fans, aber auch viele andere Bürger, die zwar Zucker in den üblichen Fertigprodukten zu sich nehmen, aber Süßigkeiten vermeiden. Das bedeutet also, dass die Kilozahlen, die von diesen Menschen nicht konsumiert werden, noch zusätzlich von anderen Menschen verzehrt werden. Somit kommen viele Bürger auf Kilozahlen, die einen sicherlich umwerfen werden, wenn man sie einmal genau ausrechnen würde.

Man sollte sich wirklich einmal die Mühe machen, und diese Menge an Zucker auf einen Haufen werfen. Für viele wäre dies schon recht heilsam, wenn auch meistens nur für eine kurze Zeit, und zwar so lange, bis man in den nächsten Schokoriegel gebissen hat. Danach setzt dann das ein, was viele sehr genau kennen – die Sucht nach dem nächsten Riegel. Wer hat es nicht schon einmal versucht, eine Schokolade zu öffnen, zwei Stücke herauszunehmen, diese zu essen und den Rest wieder in den Schrank zu legen? Die meisten kennen diese Situation bestimmt zur Genüge. Die Schokolade landet auch wieder im Schrank, aber meistens nur für ein paar Minuten. Dann hat man die nächsten Stücke herausgenommen, und kurz darauf gibt es nichts mehr, das man in den Schrank zurücklegen könnte.

Dieses Thema wurde auch gerade erst im Fernsehen in der Sendung „Hart aber fair“ in der ARD diskutiert, Titel der Sendung: “Auf Zucker – wie krank macht uns die süße Droge?”. Mit von der Partie war auch wieder der bei Übergewichtigen und Schokosüchtigen beliebte Dr. Bartens, der in einer Sendung auch schon einmal der Meinung war, dass Übergewicht doch gar nicht so schlimm sei. Kein Wunder also, dass er auch hier wieder die Meinung vertrat, dass Zucker doch auch gar nicht so schlimm sei. Ein Mitstreiter vertrat die Meinung, dass Zucker doch schließlich keine Droge sei.

Zuckerkonsum 2Wenn man einmal bedenkt, wie schwer es fällt, nicht gleich die ganze Tüte Gummibärchen zu essen oder die komplette Schokolade, dann stellt sich einem schon die Frage, warum etwas, das offensichtlich süchtig macht, keine Droge sein soll. Übergewichtige Menschen, die eine Diät anfangen, leiden in den meisten Fällen unter dem Zuckerentzug, und das mit oft recht krassen Reaktionen. Und das ist keine Droge?

Bis heute ist es mir auch unverständlich, warum manche Menschen sagen, dass wir eine gewisse Menge an Zucker benötigen. Warum oder für was das weiße Zeug gut sein soll, kann einem allerdings niemand wirklich erklären.

Erschreckend ist auch, dass in den vergangenen Jahren der Konsum an Zucker rückläufig war, und nun wieder ansteigt. Den Menschen steht heute eine große Anzahl an Möglichkeiten zur Verfügung, um sich zu informieren über die Lebensmittel, die man zu sich nimmt, aber anscheinend hört bei Zucker der Verstand auf zu arbeiten. Viele kaufen verstärkt Bio-Lebensmittel ein und achten darauf, nicht zu viele Fertigprodukte zu kaufen, und im gleichen Einkaufswagen landen dann fünf Tafeln Schokolade und etliches andere Süßzeugs.

Warnungen der Ärzte werden in den Wind geschlagen, und die Kinder bekommen Unmengen von den süßen Sachen vorgesetzt, weil man den lieben Kleinen einfach nicht widerstehen kann, wenn sie ihren niedlichen Blick aufsetzen und nach Bonbons fragen. Natürlich muss man ja nicht alle Süßigkeiten verweigern oder gleich auf Rohkostvarianten umstellen, dennoch wäre es wünschenswert, dass sich gerade die Eltern einmal Gedanken machen über diese Unmengen an Zucker, die sie ihren Kindern täglich geben, und die möglichen Folgen, die daraus entstehen.

Allerdings hatte die Sendung auch eine gute Seite, denn zu verschiedenen Produkten wurde einmal klargestellt anhand von Würfelzucker, wie viel Zucker sich wirklich in den vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie beispielsweise Müsli verstecken. Nur den wenigsten wird auch klar gewesen sein, dass sich sogar im Glas saure Gurken rund achtzehn Stück Würfelzucker verbergen.

Wer seinen Kindern lieber gesunde Varianten geben möchte, kann auch als Nicht-Rohköstler unter den Dessert-Varianten der Rohkost suchen, und auch die Rohkost-Schokolade ist sehr schnell hergestellt, und das ganz ohne raffinierten Zucker. Der große Vorteil ist dabei, dass man wirklich nur wenige Stücke davon schafft, die Sucht, gleich alles zu verputzen, entfällt bei der Rohkost-Schokolade komplett.

Zuckerkonsum 1Sicherlich kann man niemandem die Schuld für diesen hohen Konsum zuschieben. Die Industrie produziert die süßen Sachen, weil die Verbraucher sie haben wollen, ihr kann man so gesehen keinen Vorwurf machen. Generell ist es so, dass jeder selbst für sich verantwortlich ist und entscheiden muss, ob er so viel Zucker zu sich nehmen möchte oder nicht. Anders sieht es bei den Kindern aus die einfach selbst noch nicht in der Lage sind, die Folgen abzuschätzen, den ein hoher Zuckerkonsum auf den Körper hat. Hier sind die Eltern gefragt, die aber oft zu bequem sind, und den Kindern lieber einen Schokoriegel geben anstatt einen Apfel zu schälen, oder es ganz einfach selbst nicht anders gelernt haben, da sie auch mit Unmengen an Zucker aufgewachsen sind.

Ich muss sagen, ich vermisse den Zucker und die üblichen Süßigkeiten, die ich mir sonst einverleibt habe, überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Sicherlich ist die Umstellung am Anfang nicht einfach, das werden viele bestätigen können, aber wenn man erst einmal darüber hinweg ist, kommt man gar nicht mehr in Versuchung, etwas Süßes zu kaufen. Ich kann es nur jedem raten, es vielleicht einfach einmal zu versuchen, auf Süßes zu verzichten. Sehr schnell wird man feststellen, dass man wirklich süchtig danach ist, und vielleicht überdenkt der eine oder andere noch einmal sein Essverhalten.

Ende des Monats wird wieder die Süßwaren-Messe ISM stattfinden, und wieder wird es neben den Klassikern neue Süßigkeiten geben, die in Kürze die Regale erobern. Zu den Neuigkeiten sollen dieses Mal vegetarische und vegane Süßigkeiten gehören, man möchte verstärkt auf diese Zielgruppe eingehen. Zwar werden darin dann keine tierischen Inhaltsstoffe vorhanden sein, aber bestimmt kein niedrigerer Zuckeranteil. Allerdings steht nirgendwo geschrieben, dass Rohkost-Süßigkeiten angeboten werden. Ist vielleicht auch nicht so interessant, denn die machen ja nicht süchtig…..